Evang. Kindergarten St. Bartholomäus in Wöhrd
Evang. Kindergarten St. Bartholomäus in Wöhrd

 

Konzeption

 

Evang. Kindergarten St. Bartholomäus

 

Rahm 26

 

90489 Nürnberg

 

0911 – 533 761

 

kita.woehrd@elkb.de

 

www.kindergarten-woehrd.de

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Stand: 26.02.2019

Vorwort der Kirchengemeinde

Lasset die Kinder zu mir kommen!“, sagt Jesus und macht damit deutlich, dass Kinder etwas ganz Besonderes sind: Nach der christlichen Tradition ist jedes Kind einzigartig, von Gott angenommen und geliebt.

 

Die Kirchengemeinde St. Bartholomäus sieht daher die Trägerschaft des Kindergartens als eine ihrer zentralen Aufgaben an. Er soll ein Ort sein, wo Kinder die liebevolle Zuwendung Gottes erfahren können.

 

Vor dem Hintergrund unseres christlichen Glaubens und geleitet von seinen Werten begegnen wir allen Kindern und ihren Familien mit Achtung und Wertschätzung. Wir sind offen für Kinder und Familien verschiedener Kulturen und Religionen. Damit bei allen Unterschieden ein gutes Miteinander möglich ist, setzen wir uns in der pädagogischen Arbeit mit den Kindern und im Kontakt mit den Eltern für Gleichberechtigung und Solidarität ein.

 

 

Vorwort des Kindergartens

Mit dem Kindergarteneintritt beginnt für viele Kinder ein wichtiger Lebensabschnitt; die ersten Schritte ohne Mama und Papa. Auch für die Eltern sind diese Schritte sehr bedeutend, heißt es doch, dass Kind ein Stück weit los zu lassen. Wir als Kindergartenteam wollen Sie auf diesem Weg begleiten und stärken.

 

Die Konzeption ist der rote Faden der pädagogischen Arbeit und für eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Team unerlässlich.

 

In unserer Einrichtung gibt es keinen Stillstand, wir, die Kinder, ihre Familien und unsere Arbeit sind immer in Bewegung und darum wird auch unsere Konzeption jährlich weiterentwickelt und überarbeitet. Es gilt festzuhalten, dass eine Konzeption immer den momentanen Ist-Stand einer Einrichtung beschreibt. Wenn sich Rahmenbedingungen oder die Bedürfnisse von Kindern, Eltern und Mitarbeitenden ändern, wird die Konzeption überprüft und gegebenenfalls angepasst.

 

 

Gliederung

 

 

  1. Struktur und Rahmenbedingungen

 

    1. Informationen zu Träger und Einrichtung

    2. Situation der Kinder und Familien in der Einrichtung und im Einzugsgebiet

    3. Unsere rechtlichen Aufträge: Bildung, Erziehung, Betreuung und Kinderschutz

 

 

  1. Orientierung und Prinzipien unseres Handelns

 

    1. Unser Menschenbild: Bild von Kind, Eltern und Familie

    2. Unser Verständnis von Bildung

      1. Bildung als sozialer Prozess

      2. Stärkung von Basiskompetenzen

      3. Bildung in evangelischer Verantwortung

      4. Pädagogik der Vielfalt

      5. Partizipation

 

 

  1. Organisation und Moderation von Bildungsprozessen

 

    1. Differenzierte Lernumgebung

      1. Tagesstruktur

      2. Pädagogisches Raumkonzept

      3. Vernetzte Umsetzung der Erziehungs- und Bildungsbereiche

    2. Vernetzung

      1. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

      2. Kooperationen mit externen Partnern

 

 

  1. Unser Selbstverständnis als lernende Einrichtung

 

  1. Struktur und Rahmenbedingungen

 

 

    1. Informationen zu Träger und Einrichtung

 

Der Kindergarten wurde 1832 gegründet und blickt somit auf eine fast 200-jährige Geschichte zurück. Er ist im Erdgeschoss des Gemeindehauses „Zum guten Hirten“ der Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Bartholomäus im Nürnberger Stadtteil Wöhrd untergebracht.

Der Kindergarten ist als zweigruppige Einrichtung mit 50 Plätzen für Kinder im Alter von 3-6 Jahren laut Betriebserlaubnis gem. § 45 SGB VIII anerkannt.

Personal:

 

1 ErzieherIn (Leitung) Büro und Springerin für beide Gruppen (Teilzeit)

 

Käfergruppe:

2 ErzieherInnen (Teilzeit)

1 KinderpflegerIn (Vollzeit)

 

Sonnengruppe:

2 ErzieherInnen (1 Erzieherin ist stellvertretende Leitung, beide Teilzeit)

1 KinderpflegerIn (Vollzeit)

 

1 Hauswirtschaftskraft (Teilzeit)

 

1 HausmeisterIn (Teilzeit)

 

 

Kontaktdaten:

 

Evang. Kindergarten

St. Bartholomäus

Rahm 26

90489 Nürnberg

 

Leitung: Sandra Moll

 

Tel: 0911 – 533 761

E-Mail: kita.woehrd@elkb.de

Evang.-Luth. Kirchengemeinde

St. Bartholomäus Nürnberg-Wöhrd

Weinickeplatz 3

90489 Nürnberg

 

Geschäftsführung: Diakon Jan Wellhöner

 

Tel: 0911/214-1173

E-Mail: jan.wellhoener@elkb.de

 

 

 

 

    1. Situation der Kinder und Familien in der Einrichtung und im Einzugsgebiet

 

Der Kindergarten befindet sich im Stadtteil Wöhrd, welcher sehr zentral zwischen der Nürnberger Innenstadt und dem Naherholungsgebiet mit der Wöhrder Wiese und dem Wöhrder See liegt. Der Kindergarten befindet sich im geschichtsträchtigen Gemeindehaus, welches an das Pfarramt und die Kirche angrenzt. Die räumliche Nähe ist ein Sinnbild für die enge Verbundenheit zwischen Kindergarten und Kirchengemeinde. Mitten in der Stadt hat sich der Kindergarten zu einem Treffpunkt für die Menschen des Stadtteils entwickelt. Familien unterschiedlichster sozialer, religiöser, ethnischer und wirtschaftlicher Herkunft begegnen sich in Kindergarten und Kirchengemeinde.

 

 

    1. Unsere rechtlichen Aufträge: Bildung, Erziehung, Betreuung und Kinderschutz

Der Gesetzgeber regelt die Förderung in Kindertageseinrichtungen im SGB VIII. Näheres über Inhalt und Umfang der Kindertagesbetreuung definiert Landesrecht, in unserem Falle das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG). Im BayKiBiG einschließlich Ausführungsverordnung sind verbindliche Bildungs- und Erziehungsziele und Förderkriterien für eine kommunale und staatliche Förderung (kindbezogene Förderung, Investitionskostenbezuschussung) beschrieben. Die Erreichung dieser Bildungs- und Erziehungsziele erfolgt anhand des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans (BayBEP), welcher die Grundlage für die Planung, Durchführung, Dokumentation und Reflexion unserer Arbeit mit den Kindern darstellt.

§ 8a SGB VIII definiert den Schutzauftrag, nach welchem wir gemeinsam mit den Eltern die Verantwortung für das Kindeswohl wahrnehmen. Gemäß Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) haben wir mit der für uns zuständigen Behörde der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt) eine schriftliche „Vereinbarung zur Sicherstellung des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII“ abgeschlossen. Demzufolge sind unsere Mitarbeitenden dazu verpflichtet, Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung aufmerksam wahrzunehmen und – unter Hinzuziehung einer sog. „insofern erfahrenen Fachkraft“ – das Gefährdungsrisiko einzuschätzen, z.B. bei körperlicher und seelischer Vernachlässigung, seelischer und/oder körperlicher Misshandlung und/oder sexueller Gewalt.

Das Mitarbeitenden wirken mit den Eltern darauf hin, dass Maßnahmen zur Abwendung des Gefährdungsrisikos in Anspruch genommen werden, wie z.B. Gesundheitshilfen, Beratung, oder Familienhilfe. Wenn diese Hilfen nicht in Anspruch genommen werden und/oder eine akute Gefährdung besteht, ist das Personal zu einer sofortigen Benachrichtigung des Jugendamtes / Allgemeinen Sozialdienstes verpflichtet.

Wenn das pädagogische Personal aufgrund seiner Beobachtungen Anzeichen eines erhöhten Entwicklungsrisikos feststellt (z.B. hinsichtlich einer starken Entwicklungsverzögerung oder einer drohenden oder bestehenden Behinderung), ist es verpflichtet, die Eltern darüber zu informieren und entsprechend zu beraten. So soll mit den Eltern das weitere Vorgehen abgestimmt und erörtert werden, ob und welche Fachdienste hinzugezogen werden sollen, mit dem Ziel das Kind – innerhalb und außerhalb der KiTa – entsprechend seinen spezifischen Bedürfnissen zu fördern.

 

 

 

 

  1. Orientierung und Prinzipien unseres Handelns

 

 

    1. Unser Menschenbild: Bild von Kind, Eltern und Familie

 

Als kleine familiäre Einrichtung wollen wir Ihre Familie ein Stück Ihres Lebensweges begleiten. Durch die Größe unseres Kindergartens ist es gegeben, dass jede(r) Erzieher/in jedes Kind und dessen Familie kennt und andersrum. Uns ist eine gute, offene und ehrliche Beziehung zwischen Eltern und Erzieher/innen wichtig, da nur durch diese Kooperation ein sicheres und stabiles Lebens- und Lernumfeld für das Kind geschaffen werden kann.

Bei allem Tun und Handeln steht für uns das Kind, so wie es ist, im Vordergrund. Es soll lernen sich frei und selbstbestimmt, auf Basis von zwischenmenschlichen und christlichen Werten, im Alltag zurechtzufinden.

 

 

    1. Unser Verständnis von Bildung

 

 

      1. Bildung als sozialer Prozess

 

Bildung ist nicht starr und einseitig, sondern findet als durchgehender, wechselseitiger Prozess zwischen allen Handelnden statt. Zwischen Kindern und Erziehern besteht eine Ko-Konstruktion, in der alles gemeinsam erarbeitet und erlebt wird.

Bedürfnisse und Ideen der Kinder werden aufgegriffen, gemeinsam weiterentwickelt und in weitere Bahnen gelenkt. Es wird von Erziehern nicht nur vorgezeigt und vorgegeben, sondern die Kinder sollen sich und ihre Fähigkeiten ausprobieren.

 

Das Kind besitzt demnach eigene Ideen und Theorien, denen es sich lohnt, zuzuhören, die aber auch in Frage gestellt werden können. …. Es lernt auch diese Sichtweisen der anderen zu verstehen, zu respektieren und sie wertzuschätzen.“1

 

Die Basis in diesem sozialen Prozess ist die Beobachtung der Kinder.

Nur dadurch können wir den Entwicklungsstand eines jeden Kindes wahrnehmen und es individuell anregen und fördern. Durch Beobachtungen findet man die verschiedensten (Gruppen-)Bedürfnisse heraus und kann dadurch auf die neuen Erkenntnisse eingehen.

Anschaulich ist dies anhand der Pyramide zu sehen. Je größer der Baustein, je mehr nimmt er Platz in unserer Arbeit ein.

 

 

 

 

Die verschiedenen Bereiche der Förderung im Einzelnen werden Ihnen in Punkt 3.1.3 aufgezeigt und erklärt.

 

 

      1. Stärkung von Basiskompetenzen

 

Der Erwerb von Bildung ist nicht nur reine Wissensvermittlung. Bildung geschieht meist nebenbei und in den kleinsten Alltagssituationen. Bildung erfährt man im Erleben.
 

Damit Kinder in ihrem aktuellen und zukünftigen Leben gut zurechtkommen und neue Situationen gut bewältigen können, ist die Stärkung der Basis-Kompetenzen unser Leitziel.
 

In der nachfolgenden Tabelle erhalten Sie eine Übersicht über die Basiskompetenzen aufgezeigt anhand der Bereiche:

  • Personale Kompetenz das Kind als Persönlichkeit stärken

  • soziale Kompetenzbereiche / Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext das Kind in seinen sozialen Beziehungen stärken

  • Lernmethodische Kompetenz das Kind in seinem Lernen unterstützen

  • Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen - Resilienz/Widerstandsfähigkeit, Umgang mit Veränderung das Kind in Veränderungsprozessen unterstützen

 

Jeden dieser Bereiche wollen wir Ihnen anhand der Tabelle näherbringen und mit Situationen aus dem Alltag erklären.

 

 

Personale Kompetenz

So stärken wir diese

Stärkung des Selbstwertgefühls und der Selbstwahrnehmung

Die Kinder entscheiden selbst, wann und mit wem sie etwas tun wollen, z.B. freies Frühstück, Freispiel

Denk- und Konzentrationsfähigkeit

Lern/Tischspiele, Gesprächskreise,

abwechslungsreiches und anregendes Spielmaterial zur Verfügung stellen, freie und gezielte Angebote

Förderung der Kreativität und Phantasie

Rollenspiele, verschiedene Spielecken, zur Verfügung stellen von verschiedenen Materialien

Soziale Kompetenz

So unterstützen wir diese

Wertschätzender, offener Umgang und Kommunikation im KiGa-Alltag

 

Begrüßungsritual „Morgenkreis“, Gespräche, Einhalten von Gesprächsregeln

Umgang mit Konflikten

Konflikte werden von den Kindern selbst und in Begleitung durch den Erzieher gelöst

Kooperationsfähigkeit - Zusammenarbeit

Arbeiten in Kleingruppen, Gemeinschaftsprojekte auch gruppenübergreifend

Empathie – die anderen wahrnehmen

Gespräche und Hilfestellung bei Angst oder Verletzungen

Vorleben christlicher Werte

Vermittlung moralischer Werte durch Geschichten und Erzählungen

Lernmethodische Kompetenz

So unterstützen wir diese:

Fähigkeit neues Wissen zu erwerben und anzuwenden

Anregendes, ansprechendes Material, das auch mal verändert wird, kindgerechter Arbeitsplatz

Erworbenes Wissen auf andere Situationen übertragen

Reflexion vom eigenen Handeln, Hinterfragen von Abläufen und Inhalten

Handlungs- und Bewegungsabläufe selbständig planen, einschätzen und durchführen

Freie Spielmöglichkeiten im Garten, altersgerechte Turnstunden, Bewegungsgeschichten

Kompetenter Umgang mit Veränderungen

Resilienz

 

So begleiten wir diese:

Umgang mit Belastungen, Widerständen

Konflikte lösen die Kinder selbst: Kinder werden beobachtet, inwieweit sie selbständig Konflikte lösen können und begleitet, wo es Unterstützung bei der Suche nach hilfreichen Konfliktlösungen braucht

Fähigkeit mit emotionalem Stress umzugehen

Mut machen, aus Misserfolgen und Fehlern Erfahrungen zu ziehen, es neu zu probieren

Akzeptanz von Veränderungen des Lebensumfeldes

Wertschätzender, unterstützender Umgang mit Eltern und Kind, „Emotionale Unterstützung“

Übergänge begleiten

Vorbereiten auf Übergang in die Schule/ Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

      1. Bildung in evangelischer Verantwortung

 

Wir sehen Bildung als eine zentrale Aufgabe von Kirche an. Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes, dies ist ein unverfügbares Geschenk, welches es immer wieder neu zu entdecken gilt. Wir sehen jedes Kind als einzigartiges Geschöpf Gottes mit Gaben und Begabungen. Gemeinsam mit den Kindern machen wir uns auf den Weg, diese Schätze zu entdecken und zu fördern.

Die Ebenbildlichkeit Gottes entdecken wir nicht nur in uns selbst, sondern auch in unserem Gegenüber, unseren Mitmenschen. Darum spielen christliche Werte wie Nächstenliebe, Verantwortung, Achtung anderer Kulturen und Lebensweisen, Respekt, Ehrlichkeit und Bewahrung der Schöpfung in unserem Kindergarten eine wichtige Rolle. Es ist uns ein großes Anliegen, im täglichen Umgang und Miteinander mit den Kindern und ihren Eltern gegenseitigen Respekt und Akzeptanz zu üben und eine solidarische Gemeinschaft zu leben.

 

 

      1. Pädagogik der Vielfalt

 

Es ist normal verschieden zu sein!“ (R. v. Weizäcker)

 

2009 veröffentlichte die deutsche UNESCO Kommission die von allen Bundesländern unterzeichneten Leitlinien für eine inklusive Bildung.

Inklusion bedeutet Einbeziehung, Einschluss und Dazugehörigkeit. Sie betrachtet die Unterschiede der Menschen als Normalität und nimmt daher keine Unterteilung in Gruppen vor. Inklusion tritt für das Recht jeden Kindes ein, unabhängig von individuellen Stärken und Schwächen gemeinsam zu leben und voneinander zu lernen.

 

In unserer Einrichtung finden Sie Kinder die unabhängig ihrer Art und Eigenschaften, Hautfarbe, ihren Bedürfnissen, Behinderungen, Hochbegabung, anderer Kulturen, Religionen oder sonstigen Besonderheiten „normal-verschieden“ sind.

 

Der Alltag wird nach den Bedürfnissen der Kinder gestaltet, z.B. mit Kleingruppenarbeiten, mit Rückzugsmöglichkeiten, indem wir den Morgenkreis nach Tagessituation kürzen, indem wir leichte und schwerere Angebote gleichzeitig anbieten, usw.

Regelmäßig finden in Teamsitzungen Fallbesprechungen statt, um sich gemeinsam über Angebote und Fördermöglichkeiten auszutauschen.

 

Eine gegenseitige wertschätzende Haltung wechselseitig unter den Erwachsenen und auch jedem Kind gegenüber ist die Voraussetzung für eine gelungene Inklusion.

 

Aufgrund der baulichen Gegebenheiten ist ein barrierefreier Zugang zu unserer Kita leider nicht umsetzbar.

 

Bei Kindern mit Eingliederungshilfe arbeiten wir eng mit heilpädagogischen Fachdiensten, wie z.B. Therapeuten, Sozialpädagogen, etc. in der Einrichtung zusammen.
 

 

 

 

      1. Partizipation

 

Partizipation“ bedeutet „Beteiligung, Teilhabe, Einbeziehung, Mitwirkung“. Das Kinder-Recht auf Beteiligung ist in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben und im Bundeskinderschutz-Gesetz (BKiSchG /SGB VIII) und in der AVBayKiBiG (§ 1 Abs. 3 Satz 3 – seit Sept. 2013) verankert.

Zum einen gilt es, die Meinungsbildung und –äußerung des Kindes zu fördern, zum anderen gilt es, Kindern in Entscheidungsprozessen ein angemessenes Gewicht zu verleihen. Kinderbeteiligung umfasst Selbst- und Mitbestimmung und beinhaltet gleichzeitig das Recht, sich nicht zu beteiligen.

Dafür gibt es keine Altersgrenze nach unten. Vielmehr ist je nach Alter, Entwicklungsstand, Reife und Erfahrungen der Kinder einzuschätzen, wie die Beteiligung in der jeweiligen Situation aussehen kann und umgesetzt werden soll.

Schon am ersten Kindergartentag lassen wir die Kinder Ihren Garderobenplatz selber aussuchen. An jedem Tag entscheidet das Kind selbständig, wann, mit wem, wieviel es essen gehen möchte. Getränke schenkt es sich selber ein. Auch wo, wie lange, mit wem es spielen möchte liegt in der Hand des Kindes. Auch im Kreis entscheiden Kinder, was gespielt wird, wie die Namensliste gestaltet wird, etc.

Aufgabe der PädagogInnen ist es, die Kinder aktiv dabei zu unterstützen beteiligungsfähig zu werden und ihre Entscheidungen mutig treffen zu können. Das alles mit dem Wissen von der Erzieherin auf Wunsch und nach Beobachtung begleitet zu werden.

 

Kinderbeteiligung eröffnet den Raum für die nachhaltige und kreative Weiterentwicklung verschiedenster Kompetenzbereiche:

  • Sicherheit und Selbstbewusstsein im sprachlichen Ausdruck

  • Grundverständnis für demokratische Prozesse

  • Abwägen zwischen eigenen Interessen und den Interessen anderer

  • Erleben, dass man Prozesse aktiv mitgestalten kann (Stärkung von Selbstwirksamkeit und Resilienz)

 

 

 

  1. Organisation von Bildungsprozessen

 

 

    1. Differenzierte Lernumgebung

 

      1. Tages- und Wochenstruktur

 

07:00 – 8:45 Uhr

Bringzeit der Kinder

Der Frühdienst findet in einer Gruppe statt.

Es beginnt die Freispielzeit, freies Frühstück.

08:00 Uhr

Die Kinder finden sich in ihren festen Gruppen ein

08:45 Uhr

Die Eingangstür wird geschlossen

09:00 Uhr

Morgenkreis

Begrüßungsritual (Namensliste, Singen, Kalender, Tagesablauf mit den Kindern besprechen)

Feste Rhythmen und Rituale bieten den Kindern Orientierung und Sicherheit. Daher legen wir Wert auf einen regelmäßigen gemeinsamen Tagesbeginn im Morgenkreis um 09:00 Uhr.

bis ca. 10:30 Uhr

Freispielzeit und freies Frühstück

Jedes Kind entscheidet selbständig wann, mit wem und wo es agieren möchte, im Rahmen der Gruppenregeln,

Gruppenaktivitäten (auch gruppenübergreifend), freie und gezielte Angebote in Kleingruppen, etc.

ab 10:30 / 11:00 Uhr

Aufräumzeit und Stuhlkreis mit themenorientierten Lernangeboten

Anschließend gehen wir bei fast jeder Wetterlage in den Garten.

11:45 – 12:00 Uhr

1. Abholzeit

 

12:00 - 12:30 Uhr

Mittagessen in den Gruppen (Lieferung durch Cateringfirma)

ab 12:45 Uhr

Mittagsruhe
Die Kinder teilen sich in getrennte Räume auf,

eine Schlafgruppe (bis 4. Geburtstag)

eine Ausruhgruppe (die Mittleren)

und die Wachkinder (nur die Vorschulkinder)

ab 14:00 Uhr

gleitende Abholzeit

Freispielzeit, freie Vesperzeit, individuelle Nachmittagsgestaltung

16.30 Uhr

 

Der Kindergarten schließt Montag bis Donnerstag um 16:30 Uhr, Freitag um 15.45 Uhr

 

 

Im wöchentlichen bzw. monatlichen Rhythmus findet weiterhin statt:

 

Turnen

Einmal wöchentlich findet in Kleingruppen gezielte Bewegungserziehung statt.

 

Gemeinsames Frühstück

Einmal im Monat bereiten wir mit den Kindern in den Gruppen ein gemeinsames Frühstück zu. Nach der Zubereitung wird zusammen in der Gruppe, manchmal auch mit beiden Gruppen, gegessen.

 

Kinderbücherei

Alle Kinder gehen alle zwei Wochen in unsere eigene Bücherei. Sie können sich dort bis zu zwei Bücher aussuchen und ausleihen.

 

 

 

 

 

 

Aktivitäten unserer Vorschulkinder:

 

Sprachförderung,

Grundsätzlich wird die Sprache Ihres Kindes im täglichen Miteinander gefördert: sowohl in der Kommunikation zwischen den Erzieherinnen und den Kindern als auch in den Gesprächen der Kinder untereinander.

Da alle Vorschulkinder täglich in der Mittagsruhe in Kleingruppen zusammen sind, ergibt ich dabei ein reger Austausch zu verschiedenen Aktivitäten.

Kinder mit Unterstützungsbedarf in der deutschen Sprache werden zusätzlich in einer Kleingruppe (in der speziellen Deutschförderung) im „Vorkurs Deutsch 240“ unterrichtet.
Dies geschieht in Kooperation mit einer Lehrkraft der Bartholomäusschule (siehe hierzu auch Punkt 3.2.2 Kooperation Grundschule)

Natur- und Umweltprojekt

Ab Herbst führen wir mit unseren Vorschulkindern unser Natur- und Umweltprojekt durch. Bei dieser Aktion verlassen wir 14-tägig den Kindergarten und gehen in die Natur. Dabei entdecken die Kinder die nähere Umgebung. Nach und nach erweitern wir unseren Radius und suchen auch Ziele bei denen wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Jedes Jahr wird individuell geplant und an den Entwicklungsstand und den Fähigkeiten der jeweiligen Kinder angepasst.

 

Religionspädagogisches Projekt

Ab Januar führen wir, unterstützt von dem/r Pfarrer/in, mit den Vorschulkindern ein religionspädagogisches Projekt durch. Dabei lernen die Kinder Inhalte des christlichen Glaubens näher kennen. Beispielsweise beschäftigen wir uns mit Themen wie etwa das „VATER UNSER“, „TAUFE“ und „DIE SCHÖPFUNG“.

Die jeweiligen Themen werden altersgerecht auch in der Gesamtgruppe besprochen.

 

      1. Pädagogisches Raumkonzept

 

Unsere Einrichtung hat zwei Gruppenräume. Da wir über sehr hohe Räume verfügen, hat jeder Gruppenraum eine zweite Ebene als weitere Spielmöglichkeit für die Kinder.

 

Außerdem gibt es noch den Bewegungsraum: er wird als Spielzimmer und zweimal wöchentlich als Turnraum genutzt. In der Mittagszeit halten die jüngeren Kinder dort ihren Mittagsschlaf.

 

Weitere Räume:

  • Küche

  • Waschraum

  • Abstellkammer

  • Büro und Personalraum

  • ein ins Gemeindehaus ausgelagerter Intensivraum

  • Bücherei im Clubraum

 

 

 

 

      1. Vernetzte Umsetzung der Erziehungs- und Bildungsbereiche

 

Kompetenzentwicklung und Wissenserwerb gehen Hand in Hand. Kinder lernen, denken, erleben und erfahren die Welt nicht in Fächern oder Lernprogrammen. Ihre Kompetenzen entwickeln sie nicht isoliert, sondern stets in der Auseinandersetzung mit konkreten Situationen und bedeutsamen Themen und im sozialen Austausch.“2

 

Der Kindergartenalltag bietet vielerlei Vertiefungsmöglichkeiten um die Kinder als

  • wertorientierte und verantwortungsvolle

  • sprach- und medienkompetente

  • fragende und forschende

  • künstlerisch aktive

  • und starke

Kinder zu begleiten.

 

Um wertorientiert und verantwortungsvoll handelnd zu können, braucht es:

  • Emotionalität, Gefühle erkennen und benennen, die eigenen und die der anderen

  • Konfliktfähigkeit

  • Werte und Normen, Höflichkeit, Regeln im Allgemeinen kennen lernen und akzeptieren, Tischkultur

  • Religiöse Erziehung, Beten, Religionspädagogisches Projekt, Gehen durch das Kirchenjahr

 

Um sprach- und medienkompetent zu werden, braucht es:

  • Sprachliche Bildung und Erziehung, Bilderbuchbetrachtungen / Buchecke, Gespräche/Diskussionen/Sprache im Altag, Tisch- und Rollenspiele

  • Bücherei

  • Sprache zum Mitteilen der Bedürfnisse ist in allen Punkten wichtig!

 

Um fragend und forschend zu werden braucht es Anregungen in:

  • mathematischer Erziehung: Tages-, Wochen- Monats und Jahresaufteilung, Kalender, z.B. tägliche Datumsbesprechung

  • Formenlehre, kennenlernen der Zahlenlehre bis 10, Würfelbild, z.B. Tischspiele, Tisch decken für 6 Personen

  • Natur- und Umweltprojekt, Kennenlernen der Umgebung

  • Spaziergänge, Verkehrserziehung

  • unseren Garten erleben und pflegen, z.B. Obst anpflanzen und ernten, einkochen

 

Um künstlerisch aktiv zu werden, braucht es:

  • kreative Erziehung. Malen und basteln mit verschiedenen Materialien und Techniken

  • musische Erziehung: Singspiele, Lieder, Tanzen, Klanggeschichten, Instrumente erforschen und ausprobieren

 

 

 

 

Um stark zu werden, braucht es

  • Umwelt- und Lebenspraktische Erziehung: Erlernen von An- und Ausziehen, Körperhygiene, Tischsitten, z.B. Tisch decken, Toilettengang, Händewaschen, nutzen von Besteck

  • Bewegungserziehung, z.B. nutzen des Bewegungsraumes, Gartenspiele

  • Garten bespielen und pflegen

  • Nachhaltigkeit, Mülltrennung, z.B. verschiedene Abfallbehälter kennenlernen und benutzen, Materialressourcen erkennen

 

 

    1. Vernetzung

 

 

      1. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

 

Es ist uns ein Anliegen, die Kinder ganzheitlich zu fördern und die Eltern bei der Erziehung angemessen zu begleiten und zu unterstützen. Dazu ist es unabdingbar, dass der Kontakt zwischen Erzieherinnen und Eltern offen, transparent und verlässlich ist.

 

Wir wenden uns in folgender Weise an die Eltern, bzw. bieten ihnen Möglichkeiten für den Austausch über ihr Kind:

 

  • Tag der offenen Tür“ zur Information und zum Kennenlernen unserer Einrichtung

  • Anmelde-/Vertragsgespräch

  • Tür – und Angelgespräche. Nicht alle Anliegen können auf diese Weise geklärt werden, siehe nächster Punkt.

  • Elterngespräche nach Vereinbarung, mind. einmal jährlich

  • Aushänge, Plakate und Elternbriefe

  • Elternabende (auch zu besonderen pädagogischen Themen)

 

Umgekehrt bringen sich die Eltern für das gelingende Miteinander aktiv in unseren Kindergarten ein und bereichern und unterstützen uns nach

ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten, z.B.:

 

  • regelmäßige Elternbeiratssitzungen (öffentlich d.h. für alle Eltern zugänglich) + vorausgehende Elternbeiratswahl

  • Feste und Feiern (z.B. Sommerfest, Erntedank, St. Martin, Adventsgottesdienst, Familientag...)

  • Unterstützung bei der Pflege der Ausstattung der Räumlichkeiten des Kindergartens (Waschen von Spielmaterialien, Gartenaktion, ...)

 

Bei uns in der Einrichtung gibt es die Elternmitarbeitspunkte, pro Familie 10 Stunden/Punkte jährlich. Für Stunden die nicht geleistet werden konnten, berechnet der Kindergarten je 5,- €. Der Betrag wird im Juni erhoben. Der Betrag kommt ausschließlich dem Kindergarten zugute.

 

 

 

 

      1. Kooperationen mit externen Partnern

 

Kirchengemeinde und Stadtteil:

Unser Kindergarten und die Kinder sollen sich als Teil ihres direkten Umfeldes erleben, eingebunden in die Kirchengemeinde und den Stadtteil (Einkaufen, Spaziergänge).

Mit der Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Bartholomäus als Trägerin unseres Kindergartens sind wir eng verbunden. Neben dem religionspädagogischen Projekt (s.o.), das wir im Kindergarten durchführen, feiern wir in der Kirche die Feste des Kirchenjahres und gestalten dreimal im Jahr Familiengottesdienste.

 

Grundschule:

Der Kontakt der Eltern zur Grundschule wird geknüpft durch den Info-Elternabend in der Schule. Die Vorschulkinder besuchen vor ihrer Einschulung die Grundschule, um dort einen Schnuppervormittag zu verbringen und den Schulalltag mitzuerleben.

Zusammen mit der Lehrkraft aus der Schule wird das Projekt „leichter starten“ durchgeführt, bei dem 2-3 Treffen pro Jahr, zusammen mit den Eltern in der Schule und im Kindergarten stattfinden.

 

Die Lage der Schule lernen die Kinder bei Spaziergängen in die nähere Umgebung kennen.

 

  1. Unser Selbstverständnis als lernende Einrichtung

 

Den Bildungs- und Lebensraum Kita lebendig und kindgerecht zu gestalten, bedeutet, immer auf dem Weg zu sein. Deshalb nehmen wir uns regelmäßig Zeit, um unsere Arbeit zu reflektieren, auszuwerten und weiter zu entwickeln.

 

Regelmäßig finden Teamsitzungen, Gruppenteams und weitere Besprechungen statt um die pädagogische Planung, organisatorische Belange, Beobachtungen, Fallbesprechungen u.v.m. zu reflektieren und festzuhalten.

 

Regelmäßige Fort- und Weiterbildung des pädagogischen Personals ist ein wesentlicher Beitrag zur Qualitätssicherung und -entwicklung. Sie wird vor allem durch folgende Formen realisiert:

  • Studium von Fachliteratur

  • Teilnahme an Leitungs- und Fachkonferenzen

  • Externe Fortbildungen zu Schwerpunkten des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP)

  • Hausinterne Teamfortbildungen

  • Einzel- und Gruppensupervision

Die Inhalte der einzelnen Fortbildungen werden im Team ausgetauscht und in die weitere Arbeit einbezogen.

 

Zur Weiterentwicklung der Qualität unserer Einrichtung führen wir jedes Jahr eine Elternbefragung durch. Die Teilnahme ist eine Chance für Eltern, konkrete individuelle Anregungen und Aspekte einzubringen oder einfach ihrer Zufriedenheit Ausdruck zu geben.

 

Wie haben jederzeit ein offenes Ohr für die Rückmeldungen und Eindrücke der Kinder (z.B. in Einzel- und Gruppengesprächen sowie Kinderkonferenzen).

 

In der Einrichtung wird eine offene Feedbackkultur gelebt. Das Personal steht mit den Eltern in intensivem Austausch. Jederzeit gibt es die Möglichkeit für Eltern, Feedback an die Einrichtung weiterzugeben. Sie werden ausdrücklich ermutigt, bei Fragen, Anregungen oder Kritik die Mitarbeitenden und/oder die Einrichtungsleitung anzusprechen und einen Gesprächstermin zu vereinbaren.

 

Mit dem Elternbeirat besteht ein regelmäßiger intensiver Austausch. Die Kindergartenleitung und weitere Mitarbeitende sowie nach Bedarf die Geschäftsführung nehmen an den Sitzungen teil und besprechen mit den Elternbeiräten wichtige Themen.

 

Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Fachberatung des Evang. Kita-Verbandes Bayern e.V. entwickelt sich die pädagogische Qualität der Einrichtung stetig weiter.

 

Jährlich durchgeführte Planungs- und Teamtage gewährleisten einen fachlichen Austausch und eine Verfeinerung von Struktur- und Prozessqualität.

 

Die Konzeption wird jährlich überarbeitet und weiterentwickelt.

1 Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen & Staatsinstitut für Frühpädagogik (9. Auflage, 2018): Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung. Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor. S. 415 f

22 Staatsinstitut für Frühpädagogik (2012): Bayerische Leitlinien für die Bildung und Erziehung von Kindern bis zum Ende der Grundschulzeit. Kurzfassung S. 10

 

Wir sind für Sie da

Evang. Kindergarten St. Bartholomäus
Rahm 26
90489 Nürnberg
Tel. (09 11) 533 761 

 

Öffnungszeiten:

 

Montag - Donnerstag

von 7:00 Uhr - 16:30 Uhr

 

Freitag

von 7:00 Uhr - 15:45 Uhr

 

Nutzen Sie auch gerne direkt unser Kontaktformular.

Bankverbindung:

EKK Bank

BIC GENODEF1EK1

IBAN DE 16 5206 0410     0101 5710 36

Kirchengemeinde:

 

www.st-bartholomaeus-nuernberg.de

 

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